Pflanzenheilkunde & Phytotherapie
00:00:02: Herzlich Willkommen im Reichemstinn Podcast.
00:00:05: Wir haben Samhain, den einund dreißigsten Oktober.
00:00:11: Morgen ist Sonntag der erste November und das ist der Tag wo unsere Vorfahren oder vielleicht nicht unsere aber die Kelten Neujahr gefeiert haben.
00:00:24: Und ich finde diese Nacht auch natürlich aus anderen Gründen sehr magisch.
00:00:31: Es hat ja auch was zu tun mit der Anderswelt, mit der Hagezuse.
00:00:37: Also den ursprünglichen Begriff für die Zaunreiterin und ich dachte mir das für heute, für den einund dreißigsten Oktober und für morgen für den ersten November dass wir doch da eine schöne Podcast-Folge gestalten könnten hier in der Podcast Challenge.
00:00:57: Ich habe mir überlegt, dass ich nämlich mal eine kleine Serie mache zur Alchemie.
00:01:02: Die Alchemie ist ja die Kunst der Wandlung und ich finde das passt so super jetzt in diese Zeit, in diese Jahreszeit, in die Herbstzeit... ...in das Tierkreiszeichen Skorpion.
00:01:15: Das natürlich auch für Wandelung steht!
00:01:18: Für Veränderungen, für Wandlungen, für Inditive gehen.
00:01:23: Das soll das Thema sein für heute, für die fünfundsebzigste Folge in dieser Podcast-Challenge.
00:01:30: Einhundert Podcast folgen jeden Tag eine Episode und es geht heute und morgen um Alchämie, um Spagörig – was ist überhaupt Alchemie?
00:01:43: Was ist Spaggörig?
00:01:44: Und es wird zwei Teile geben!
00:01:46: Heute hörst du den ersten Teil und morgen gibt es dann den zweiten Teil.
00:01:53: Also starten wir mal.
00:01:56: Jetzt in dieser Zeit merken wir schon seit einigen Tagen, dass sich die Natur heutet.
00:02:03: Draußen vor dem Fenster werfen die Bäume ihr Blattwerk ab und ziehen all ihre Kraft zurück in die Wurzeln und breiten sich auch auf den Winter vor.
00:02:12: hier in Schweden ist die Natur schon sehr viel weiter als vielleicht bei dir.
00:02:18: Was im Frühling noch so saftig grün aus den Knospen schoss, wird jetzt welk und braun und fällt zu Boden.
00:02:27: Und das sieht dann aus wie Sterben.
00:02:29: und doch geschieht hier eine Wandlung.
00:02:33: in der Alchemie könnte man schon sagen es stirbt und streng genommen ist es eigentlich auch wie ein sterben.
00:02:39: aber gesagt Eigentlich Wandlung, die Blätter werden nämlich zu Humus.
00:02:44: Es wird Nahrung für Neues, für neues Leben.
00:02:48: Das heißt nichts geht verloren Alles wandelt sich.
00:02:53: Und genau darin liegt die Essenz der Alchemie Die Kunst der Verwandlung.
00:02:58: Die Geschichte stellt die Alchemisten gern als verrückte Goldmacher da Und dabei waren sie vor allem Naturbeobachter und Philosophen allen voran Paracelsus.
00:03:08: Menschen, die verstanden hatten dass die Natur ständig im Prozess der Wandlung ist und das wir diese Prozesse im Kleinen nachahmen können!
00:03:19: Und auch der menschliche Körper, der ist ja auch permanent im Prozess der Wandelung und ist sogar selbst auch ein alchemistisches Labor.
00:03:29: schon allein die Verdauung Was im Magen geschieht, das ist ja auch alles Alchemie.
00:03:34: Und was die Natur nun im Großen vollzieht.
00:03:37: in den Jahreszeiten und Lebenszyklen versuchten, die alten Alchemisten im Labor im Kleinen nachzuvollziehen?
00:03:46: Solve et coagula!
00:03:48: Löse auf und verbinde.
00:03:50: neu war ihr Mantra.
00:03:53: Das heißt zerlege die Materie bis du ihre Essenz erkennst und füge sie dann gereinigt potenziert und verwandelt wieder zusammen.
00:04:05: Und die Alchemisten, die arbeiteten mit Pflanzen, mit Mineralien und mit allem was die Natur so hergab dabei erkannten sie das jede Substanz drei Prinzipien in sich trägt nämlich Saal, Sulphur Salz, Schwefel und Quechselbar verstanden sie als philosophische Qualitäten weit entfernt von den chemischen Elementen gleichen Namen.
00:04:31: Und auch nicht das, was wir auch so in der Homöopathie als diese Begriffe kennen.
00:04:36: Das Salz also Saal steht für die Körperlichkeit, für das Feste, für dass Kristalline für die Struktur Und der Schwefel des Sulphur, das steht für das Seelische.
00:04:50: Für die brennende Lebenskraft und für das was den Dingen Farbe und Charakter gibt.
00:04:58: Das Quechsilber, das Mercurielle, das verkörpert den Geist, das Flüchtige, das Lebendige, dass Bewegliche, das was alles verbindet aber auch vermittelt also Informationen.
00:05:14: Und in jeder Pflanze, in jedem Mineral – ja selbst in jedem Lebewesen also auch in dir und in mir wirken diese drei Kräfte zusammen.
00:05:26: Die Alchemie wollte sie trennen, reinigen und auf einer höheren Ebene wieder vereinen.
00:05:33: Genau das passiert auch in der Natur wenn der Herbst kommt!
00:05:36: Die Pflanzen löst sich auf und die Reform vergeht.
00:05:40: ihre Essenz aber das was sie im Innersten ausmacht.
00:05:44: Das bleibt bewahrt und das sammelt sich, der Same.
00:05:49: Der trägt alles in sich was die Pflanze war und zugleich natürlich das Potenzial für das, was sie werden kann!
00:05:58: Und die Spagürik, die überträgt jetzt diese alchemistische Philosophie in die Heilpflanzenkunde.
00:06:05: Der Begriff, der kommt ja ursprünglich von Paracelsus, der hat es diesen Namen, die Spargürik ins Leben gerufen.
00:06:12: Das Wort selbst erklärt, spau heißt trennen und agero heißt vereinen.
00:06:20: Und bei diesem trennen- und zusammenführen bleibt das Bewusstsein für die inneren Qualitäten der Pflanzen immer mit im Spiel.
00:06:30: Eine spagierische Essenz oder ein spagirisches Mittel entsteht in einem aufwendigen Prozess, indem die Pflanze beispielsweise fermentiert, destilliert verascht, also kalsiniert wird.
00:06:45: Aus der Destillation gewinnt man den Alkohol – das merkurielle Prinzip, den flüchtigen Geist, das Lebendige der Pflanze.
00:06:54: und aus der Asche gewinnen wir die Salze, also das Saalprinzip und damit die mineralische strukturgebende Essenz.
00:07:06: Und dazwischen liegt der Schwefel Solvor die öligen farbgebenden Substanzen, die die Seele der Pflanze ausmachen und natürlich auch das ätherische Öl.
00:07:17: Und diese drei Prinzipien werden im aufwendigen spagirischen Prozess gereinigt, potenziert und dann wieder vereint – was dabei entsteht ist immer mehr als nur die Summe der Teile!
00:07:30: Die Pflanze in ihrer höchsten Form, in ihrer Essenz, ihrer Heilkraft auf körperlicher, seelischer und geistiger Ebene.
00:07:38: Also körperlich saalselisch solvor und geisterk merkur Denn die Spagürik versteht auch den Menschen genauso dreiteilig wie die Pflanzer als Körpersäle und Geist und entsprechend Saal, Solvor und Merkorius.
00:07:55: Und ein spagirisches Mittel wirkt deshalb eben auch auf allen diesen drei Ebenen.
00:08:03: Und wenn du jetzt hinaus schaust in die Natur, jetzt im Herbst wo die Bäume einfach loslassen und sich von dem entledigen was seine Zeit erfüllt hat das Chlorophyll zieht sich zurück und plötzlich werden die anderen Farben sichtbar Das Gelb, das Rot, dieses wunderbare leuchtende Orangesch.
00:08:29: Die waren ja die ganze Zeit da, die waren im Verborgenen hinter dem Grün verwandelt.
00:08:35: Und erst jetzt beim Loslassen in der Auflösung kommen sie zum Vorschein.
00:08:41: und genau so arbeitet eben auch die Alchemie.
00:08:45: Sie bringt das ans Licht was schon immer da war.
00:08:48: Die Alchemisten nannten diese ersten Schritte der Wandlung Nigredo – die Schwärzung.
00:08:55: Es ist die Phase der Auflüsungen, der Zersetzung des scheinbaren Chaos.
00:09:02: Im Labor wurde die Materie erhitzt und verbrannt, bis sie zu schwarzer Asche zerfiel – also das ist der Prozess des Kalzinierens!
00:09:13: Und in der Natur entspricht ihr die Zeit von Herbst und Winter, in der alles stirbt, verrottet und zur Erde wird.
00:09:23: In unserem Leben sind es die Krisen Die Verluste, die Momente in denen alles zusammenbricht.
00:09:28: Es sieht aus wie das Ende.
00:09:31: und doch beginnt genau hier die Transformation.
00:09:35: also diese Phase wird auch als Krankheit bezeichnet wenn wir krank werden, wenn wir eine Infektion haben oder eben auf anderer Ebene leiden.
00:09:48: Und aus dem Nigredo, also aus der schwarzen Arschel entsteht aber Albedo, die Weißung oder die Reinigung.
00:09:58: Sie zeigt was übrig bleibt wenn alles überflüssige verbrannt ist.
00:10:03: Im Labor wuschen destillierten und reinigten die Alchemisten deshalb die Arsche bis nur noch das wesentliche blieb weiß klar und kristallin.
00:10:14: Und draußen zeigt sich diese Phase im Schnee und in der Winterstelle in der Klarei die entsteht Wenn alle Ablenkung verschwunden ist Und ich liebe diese monochrome Zeit im Winter, wenn alles weiß-grau oder eben schwarz ist.
00:10:31: Auch wir erkennen hier als Einsicht nach der Krise, wenn wir endlich sehen was wirklich wichtig ist dann kommt wieder das Licht zu Tage.
00:10:41: und es gibt noch mehr!
00:10:42: Es gibt noch die Roberto, die Rötung, die Vereinigung, die Hochzeit der Gegensätze.
00:10:49: Im Labor wurde das Gereinigte wieder erhitzt Diesmal sanft, liebevoll mit Bedacht nicht mit starker Hitze.
00:10:59: Die getrennten Prinzipien Saalsulfo und Mercurius die fanden wieder zusammen Jetzt gereinigt, potenziert und auf einer höheren Ebene vereint.
00:11:11: In der Natur ist das der Frühling wenn das Leben aus der Tiefe zurückkehrt Und aus dem scheinbar Toten neues Leben erblüht.
00:11:21: Und in unserem eigenen Leben heißt diese Phase Integration, Heilung, Ganzwertung oder auch Entwicklung.
00:11:32: Das ist der große Kreislauf, den die Natur uns Jahr für Jahr zeigt Frühling Sommer Herbst und Winter Geburt Wachstum Reife Tod und Wiedergeburt.
00:11:43: Nichts endet wirklich alles wandelt sich!
00:11:45: Die Alchemie ist das Mitgehen mit diesem Rhythmus und die Archimie lehrt uns Auflösung als Vorbereitung begreifen zu lassen, das Loslassen auch Raum schenkt für Neues.
00:12:02: Und damit endet der erste Teil!
00:12:06: Ich hoffe es hat dir gefallen, du findest es interessant und freue mich wenn wir uns morgen am ersten November zum zweiten Teil wieder hören.
00:12:16: Bis dahin, Salve Marsgut Nein, nein, das auch.